Christoph Kolb: Wortverdreher
Träumer. Autor. Rumschreiber
 

The Sweet live

9. März 2017, Frankfurt, Batschkapp

Setlist
Action!
New York Groove
Hell Raiser
The Six Teens
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Sweet-Fanny-Adams-Set
AC-DC
Peppermint Twist
Into the Night
Set me free
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Accoustic-Set
Lady Starlight
Lost Angels
Coco / Funny Funny / Poppa Joe
Drumsolo
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Teenage Rampage
Wig Wam Bam
Little Willy
Love is like oxygen
Fox on the run
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Blockbuster
Ballroom Blitz



Das Alter macht vor niemand Halt. Auch nicht vor Rocklegenden. Die großen Helden der Sechziger, Siebziger und Achtziger des letzten Jahrhunderts ziehen sich so langsam zurück. Auch The Sweet - oder das, was Andy Scott so nennt - sagen Lebewohl. "The Finale" Tour 2016 und die "The last encore" Tour 2017 sind der langsame Abschied von den Bühnen dieser Welt.

Dementsprechend war die Batschkapp in Frankfurt gerammelt voll. Mit meinen 32 Jahren war ich einer der Jüngsten in der Halle. Der Großteil der Anwesenden bestand aus der Generation 50+, die sich versammelt hatte, um noch einmal eine der schillerndsten Bands der Rockgeschichte zu feiern. Und Andy Scott, der Letzte aus der Originalbesetzung, heizte mit seiner Truppe so richtig ein.

Bevor jedoch The Sweet die Bühne enterten, trat das Akkustik Trio Heaven in Hell auf. Zwei Gitarren und eine Stimme, die alte Schinken wie "Don't stop believin'", "Shadow on the wall", "Sharp dressed man" oder "All right now" zum Besten gaben. Klingt kurios, hat aber gut funktioniert. Die alten Gassenhauer kennt schließlich jeder und die Darbietung war mitreißend. Das Publikum sang lauthals mit und honorierte die Band mit donnerndem Applaus.

Und dann kamen endlich The Sweet und stiegen knackig mit dem Hard Rock Hammer "Action!" ein. Die nachfolgenden "New York Groove", "Hellraiser" und "The Six Teens" brachte die Batschkapp endgültig zum Kochen. Klar war da etwas Routine dabei, denn die Setlist ändert sich seit Jahren nur marginal. Aber Andy, Pete, Tony und Bruce waren gut aufgelegt und feuerten die Hits so gekonnt ins Publikum, als hätten sie gerade erst das Licht der Welt erblickt.



Die Überraschung des Abends war ein Vier-Lieder-Block des '73er Albums "Sweet Fanny Adams". Andy macht ja keinen Hehl daraus, dass er The Sweet lieber auf Augenhöhe mit Black Sabbath, Led Zeppelin oder Deep Purple gesehen hätte. Aber gleich vier Lieder von der Scheibe? Das war eine gelungene Überraschung. Allerdings war es auch die Einzige an diesem Abend. Direkt im Anschluss gab es einen Akkustikblock, der auch schon seit Jahren gleich bleibt: "Lady Starlight", "Lost Angels" und das Medley "Coco / Funny Funny / Poppa Joe". Andy scherzte, es wäre sein liebster Moment in einem Konzert, da sich der alte Mann mal hinsetzen und Akkustikgitarre spielen könne.

Danach setzen The Sweet auf Bewährtes. Von "Teenage Rampage" über "Wig Wam Bam" bis hin zu "Little Willy" wird jede der unverwüstlichen Glam-Rock-Hymnen abgefeuert. "Love is like oxygen", das Meisterwerk der Band und ihr letzter großer Hit, wird in einer epischen Version vorgetragen. "Fox on the run" beschließt das reguläre Konzert, aber selbstverständlich kommt die Band zurück und liefert mit "Blockbuster!" und - natürlich - "Ballroom Blitz" die letzten Puzzleteile im Hitreigen.

Fazit: Sicher, Innovationen darf man bei The Sweet nicht mehr erwarten. Das Publikum wollte die Hits, und die Band hat sie in der besten Art und Weise abgeliefert. Mir hat es vor allem gefallen, dass die Truppe mit dem "Sweet Fanny Adams"-Set aber auch ihre hart rockende Seite abseits der Glamperlen präsentiert hat. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass Andy sein Versprechen hält, und die Karriere seiner Band mit einem letzten, starken Album abschließt. Das aktuelle Line-up ist die beste Version von The Sweet seit der Originalbesetzung und hätte es verdient, eine eigene Scheibe zu haben.

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Zitat:

And the man at the back said everyone attack, And it turned into a ballroom blitz, And the girl in the corner said boy, I wanna warn ya, It'll turn into a ballroom blitz ...


 
...and the sky is the limit!