Christoph Kolb: Wortverdreher
Träumer. Autor. Rumschreiber
 

John Barrowman live

30. Mai 2015, Cardiff (Wales/UK), Motorpointarena



Ich gebe es ja zu: Ich und meine Holde sind Geeks. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass wir in das Vereinigte Königreich gereist sind, nur um John Captain Jack Barrowman live erleben zu können. Zugegeben, die Insel hatte von vorneherein als Urlaubsziel festgestanden. Die beiden Städte London und Cardiff auch. Aber Mister Barrowman hat mit seiner "You raise me up: UK Tour 2015" dann letztendlich den Zeitrahmen für unseren Urlaub vorgegeben. Und auch wenn wir natürlich wissen, dass Captain Jack Harkness "nur" eine Rolle von John Barrowman war, hatte es irgendwie einen besonderen Reiz, ihn live in Cardiff zu erleben. Jene Stadt, die in der viel zu kurzen Serie "Torchwood" Dreh- und Angelpunkt war.

Die Motorpoint Arena im Stadtzentrum von Cardiff war in angenehmer Laufentfernung zu unserem Hotel in der Bay Area und wirkte - wie eigentlich alles in Cardiff - behaglich. Zu seinem Konzert zog John Barrowman alle Altersschichten: Von nervösen Teengirls über Mittdreißiger bis hin zu Damen und Herrschaften, die offensichtlich schon lange ihre Pension genossen. Und wie wir mit einigem Amüssement feststellten, drangen auch von irgendwo her Gesprächsfetzen in Deutsch an unsere Ohren. Also waren wir nicht die einzigen Verrückten, die extra wegen Barrowman nach Wales gereist sind. Unsere Plätze waren im seitlich links von der Bühne und wir hatten weitestgehend gute Sicht. Leider war die Entfernung zu groß (und Mr. Barrowman zu hektisch), als dass wir gute Fotos hätten schießen können. Das Bild, mit dem dieser Bericht beginnt, ist leider noch das Beste, dass wir knipsen konnten.

John erwies sich als absolute Stimmungskanone. Ich glaube, bei keinem Konzert habe ich mehr gelacht, als in diesem. Denn Barrowman plauderte fleißig aus dem Nähkästchen. Wir hörten Anekdoten aus seinem Leben, von Dreharbeiten und von Bühnenauftritten. Garniert wurde das Ganze mit einer Vielzahl an Handyvideos, lustigen Fotos und obskuren Selfies, die auf eine große Leinwand im Bühnenhintergrund projeziert wurden. Wer Mister Barrowman in den sozialen Netzwerken folgt, kann sich also denken, was geboten wurde: John in skurillen Kostümen, Johns Streiche wenn ihm langweilig ist oder auch Ehegatte Scott bei fürchterlichem Unter-der-Dusche-Singen. Meist kommentiert von Mister Barrowman mit Sprüchen wie "He don't know that I show you that" oder "He don't know that I show you that either".

Ach ja, gesungen hat er natürlich auch *g*. Wie nicht anders zu erwarten war John gut bei Stimme und extrem gefühlvoll in der Darbietung. Der Fokus lag natürlich auf seinem aktuellen Album und so gab es u.a. "You raise me up", "Listen to the music", "A thousand years" oder "Mandy" auf die Ohren. Ein besonderer Höhepunkt war das schottische Traditional "Loch Lommond", welches von John im glitzernden Schottenkilt und voller Stolz vorgetrugen wurde. Neben den Songs des neuen Albums gab es dann auch noch ein paar Pop-Cover, wie etwa mit dem Song "Hero", oder Ausflüge in seine Musical-Vergangenheit wie beispielsweise Cole Porters "Crazy little thing called love". Mit "I'am what I'am", das längst zu seinem Signatursong geworden ist, verabschiedete Mister Barrowman dann nach über zwei Stunden ein restlos begeistertes Publikum.

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Chronik der Galaxie, Bd. 723:

...und den Bewohnern des Planeten Erde war durchaus bewusst, dass ihre Zivilisation dem Untergang geweiht war. Es ist 5 vor 12 war eine gängige Analyse. Die meisten Wesen im Universum reagieren auf den Untergang ihrer Zivilisation wahlweise mit Freude, Verzweiflung oder Panik. Anders die Bewohner des Planeten Erde. Diese meinten: "Also, können wir noch 5 Minuten Party feiern, ja?"...


 
...and the sky is the limit!