Christoph Kolb: Wortverdreher
Träumer. Autor. Rumschreiber
 

Leseproben


Niemand sollte die Katze im Sack kaufen - was sowieso ein schwieriges Unterfangen wäre, was jeder bestätigen kann, der Katzen nicht nur dem Sehen nach kennt. Daher gibt es hier Ausschnitte aus meinen bisher veröffentlichten Geschichten.





Leseprobe "Ryon, der rote Drache"
Veröffentlicht in "Traumabenteuer"


 (...) Als er nah genug war, bemerkte er, dass es sich um ein Ei handelte. Nur war es nicht handgroß, wie er es kannte, sondern reichte ihm vom Boden bis zur Brust.
 Anwyn betrachtete es neugierig und fragte sich, welches Tier wohl aus so einem großen Ei schlüpfen mochte. Er sollte es herausfinden, denn plötzlich bekam die Schale Risse. Zunächst nur ein paar kleine. Dann folgte ein größerer Riss. Und noch einer. Anwyn konnte seine Neugier kaum zügeln und half dem schlüpfenden Tier, indem er Stücke der Schale abbrach und zur Seite warf. Als jedoch das Tier aus dem Innern des Eies herausblickte, erschrak Anwyn.
 In dem Ei saß ein Drache! Ein kleiner, roter Drache! Anwyn wich ängstlich zurück. Von seinem Vater wusste er, wie gefährlich und böse diese Wesen waren. Doch der Drache sah überhaupt nicht böse aus. Ganz im Gegenteil. Mit großen, goldenen Augen blickte er ihn an und hatte seine Schnauze zu einem Lächeln verzogen.
 „Hallo“, sagte er mit hoher, krächzender Stimme.
 Anwyn war überrascht. Dass Drachen sprechen konnten, hatte ihm sein Vater nicht erzählt. Mit großen Augen beobachtete er, wie der kleine Drache die restliche Schale des Eies zerbrach und auf ihn zu stapfte. Der Drache bot einen lustigen Anblick, wie er mit ungelenken Schritten auf ihn zukam. Seine Schuppen glänzten feuerrot. Am Brustbereich ging das Rot in ein Gold über. Von seinem Schwanz bis hin zu seinem Kopf zog sich ein Stachelkamm. Die Stacheln waren am Ansatz so rot wie seine Schuppen und an den Spitzen so golden wie seine Brust.
 „Du musst meine Mama sein“, quäkte der Drache freudig. „Es freut mich, dich kennenzulernen.“
 Jetzt war Anwyn völlig verwirrt. Nicht nur, dass der Drache sprechen konnte. Jetzt glaubte er auch noch, dass Anwyn seine Mutter war.
 „Tut mir leid“, antwortete der junge Prinz. „Ich bin nicht deine Mama. Ich wollte hier nur klettern, als ich dein Ei sah. Ich bin doch nur ein kleiner Junge. Glaubst du denn, ich hätte so ein großes Ei wie deines legen können?“
 „Papperlapapp“, widersprach der Drache. „Du magst das Ei nicht gelegt haben, aber du warst hier als ich geschlüpft bin. Und wer einem Drachenbaby beim Schlüpfen hilft, der ist auch seine Mama.“
 Anwyn war es gar nicht recht, dass der Drache ihn für seine Mutter hielt. Doch es war wohl besser, wenn er nicht widersprach. Denn obwohl das rote Stacheltier nur die Größe eines Hundewelpen hatte, konnte er vielleicht doch gefährlich werden.
 „Sag‘ mal, Mama, hast du etwas zu essen für mich? Das Schlüpfen war furchtbar anstrengend und ich bin sehr hungrig.“
 Anwyn hatte nichts dabei. Doch er versprach, zur Burg seines Vaters zurückzukehren und Nahrung zu holen. Der kleine, rote Drache wollte Anwyn begleiten. Doch der junge Prinz widersprach. Es würde schon schwer genug werden, Essen aus der Speisekammer der Burg zu stibitzen. Aber seinem Vater auch noch zu erklären, dass er jetzt die Mutter eines Drachen geworden war, schien dem jungen Prinzen unmöglich. (...)

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Zitat

...und den Bewohnern des Planeten Erde war durchaus bewusst, dass ihre Zivilisation dem Untergang geweiht war. Es ist 5 vor 12 war eine gängige Analyse. Die meisten Wesen im Universum reagieren auf den Untergang ihrer Zivilisation wahlweise mit Freude, Verzweiflung oder Panik. Anders die Bewohner des Planeten Erde. Diese meinten: "Also, können wir noch 5 Minuten Party feiern, ja?"...
  - "Chronik der Galaxie, Bd. 723"



 
...and the sky is the limit!