Christoph Kolb: Wortverdreher
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Guardians of the Galaxy Vol. 2

"Guardians of the Galaxy" war ein Film, den ich lange nicht auf dem Schirm hatte. Von der Comicreihe hatte ich nicht einmal etwas gehört und der Trailer hinterließ bei mir den Eindruck von einem albernen No-Brainer. Eigentlich habe ich den Streifen nur angesehen, um nichts im Marvel Cinematic Universe zu verpassen. Was soll ich sagen: Ich wurde positiv überrascht. Klar, es ist ein alberner No-Brainer. Aber auch einer der unterhaltsamsten Filme des letzten Jahrzehnts. Nun hat es "Vol. 2" in die Kinos geschafft, ehe die Guardians eine Rolle im dritten Avengers-Film spielen werden.

Die Guardians haben einen Auftrag von den hochnäsigen Sovereigns angenommen: Die geheiligten Energiezellen vor einem energie-fressenden Monster zu beschützen. Der Auftrag glückt und die Guardians erhalten zur Belohnung Gamoras Schwester Nebula, welche zuvor von den Sovereign gefangen genommen wurde. Überflüssigerweise stiehlt Rocket einige Energiezellen. Als die Sovereigns den Diebstahl bemerken, eröffnen sie für diesen Frevel die Jagd auf die Guardians. Um der Drohnenflotte der Sovereigns zu entkommen, wagen sie einen verzweifelten Raumsprung zum nächsten Planeten. Doch kurz vor dem Sprung werden sie Zeuge, wie ein geheimnisvoller Neuankömmling die Drohnenflotte mit einem einzigen Handstreich zerstört. Der Neuankömmling - Ego - stellt sich den Guardians als Peters verschollen geglaubter Vater vor und bringt sie auf seinen Heimatplaneten. Ego ist ein Celestial, ein fast gottähnliches Wesen. Peter freut sich über die Wiedervereinigung mit seinem Vater, doch die Guardians kommen bald hinter Egos dunkle Geheimnisse ...

In der Eröffnungsszene des Films kämpfen die Guardians gegen das energie-fressende Weltraummonster und versuchen gleichzeitig auf Baby Groot aufzupassen, der zu Elo's "Mr. Blue Sky" auf dem Schlachtfeld tanzt. Diese Eröffnung setzt den Ton für den ganzen Film. Wie auch der Vorgänger, nimmt sich "Vol. 2" nicht allzu ernst. Gut platzierte Albernheiten ziehen sich durch den ganzen Film; egal ob es der begriffstutzige Baby Groot, der tumbe Drax, Rockets Streiche oder Peters markige Sprüche sind: Der Humor ist treffsicher.

Aber Regisseur und Drehbuchautor James Gunn setzt nicht nur auf Spaß, sondern achtet auf die Entwicklung der Charaktere und ihre Beziehung untereinander. Jeder aus dem Ensemble hat seine gelungen Szenen. Die 'unausgesprochene Sache' zwischen Peter und Gamora ist amüsant mit anzusehen. Die Familie bzw. was eine Familie ausmacht ist das beherrschende Thema des Films. Die Beziehung zwischen Peter und seinem Vater spiegelt sich in jener von Gamora und ihrer Schwester Nebula. Am Ende des Films sind die Guardians nicht nur ein Zweckbündnis, sondern haben zu einer festen Familieneinheit zusammengefunden.

Das Einzige, das man diesem Film vorwerfen könnte, ist, dass er vorausschaubar ist. Ego, perfekt mit Altstar Kurt Russell besetzt, wirkt bereits in seiner ersten Szene nicht koscher. Dass er mehr als ein dunkles Geheimnis hat, ist bereits zu diesem Zeitpunkt klar. Doch der Verlauf des Filmes ist so kurzweilig, dass dieser kleine Makel nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Optisch ist der Film natürlich eine Wucht. Etwas anderes hat man wohl aber auch nicht erwartet. Wie im ersten Film ist die große Stärke der gut zusammengestellte Soundtrack aus bekannten und weniger bekannten Popklassikern der 70er und 80er. Jeder Song passt perfekt zur jeweiligen Filmszene.

Fazit So schön kann ein No-Brainer sein. "Guardians of the Galaxy vol. 2" ist DER Blockbuster des Jahres 2017. Ein gut aufgelegtes Ensemble, viel Humor und Gefühl und tricktechnische Vollendung lassen die zwei Stunden wie im Flug vergehen. Ich freue mich schon darauf, wenn die Wächter ihren Weg auf die Erde finden.


Zitat

Ich glaube, einer der Gründe, weshalb Steven Spielberg und ich so erfolgreich gewesen sind, ist der, dass wir Filme mögen. Wir gehen gerne ins Kino. Wir mögen Filme, und wir wollen Filme machen, die denen ähneln, die wir selbst mögen. Wir wollen die Zuschauer unterhalten. Wir wollen sie überraschen, sie umhauen. Wir wollen, dass sie das Kino verlassen und sagen: "Wow, das war phantastisch, das hat mich wirklich bewegt." Darin liegt der ganze Spaß.
  - George Lucas



 
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