Modifizierte Kamera

Modifizierte Kamera

Einige von euch haben sicherlich schon einmal davon gehört, einige wissen es vielleicht auch überhaupt nicht :

Oftmals wird mit einer astromodifizierten Kamera fotografiert.
Das macht nicht immer unbedingt Sinn oder bringt etwas, aber meistens schon.
Bei sehr vielen Deep Sky Objekten.
Beim Mond, bei Planeten eher nicht, da filmt man auch besser.

Aber nun der Reihe nach:

Wir nehmen mal ein einfaches Beispiel:

Du bist stolzer Besitzer einer handelsüblichen Spiegelreflexkamera, auch DSLR genannt.
Möchtest im Urlaub auch mal die Milchstraße fotografieren und hast dich entsprechend belesen und vorbereitet.

Ein Stativ, ein Objektiv mit kurzer Brennweite sind am Start und du weißt das man locker 20 Sekunden belichten kann ohne das die Sterne zu Strichen oder zumindes eirig werden.
Weil die Erde auf der wir leben sich ja unermüdlich dreht. Und bei 18mm Brennweite sind nach der 500er bzw 600er Regel (Ja, ich erkläre dies hier in einem anderen Beitrag) 20 Sekunden locker möglich. Ohne Nachführung.

Montierungen

Verschiedene Montierungstypen/Tracker

Somit brauchst du auch keinen Tracker, also eine Nachführung, die deine Kamera automatisch mit der Erddrehung mitbewegt.

Du hast Geld, und glaubt mir, anfänglich auch Nerven gespart.

Die Gründe:

Die Teile kosten richtig Geld. Je nach Anspruch und Zweck sogar richtig viel Geld.

Und weil das Einnorden, welches mit einem Tracker (Nachführung) zwingend notwendig ist, als Astrofotografie-Jünger wie ein fest verschlossenes Buch mit 250 Siegeln wirkt.

Ich erkläre das Einnorden in einem anderen Beitrag.

Dann geht’s los.

Es ist Sternenklar, dunkel wie in einer Bärenhöhle und du kannst das silbrig schimmernde Band unserer Heimatgalaxie erkennen.
Kamera ausgerichtet, sauber fokussiert und nach ein paar zufriedenstellenden Testbelichtungen befinden sich 20 Aufnahmen (hoffentlich im RAW Format!!!) auf der Speicherkarte.

RAW Format….auch ein interessantes und elementares Thema 😉

Aufgeregt vs total Müde – Müde verliert, also PC an, Bilder gleich Stacken um mitten in der Nacht die Ausbeute zu bestaunen.

Wunderbar, hat alles geklappt, du bearbeitest das Summenbild in Photoshop oder einem Programm deiner Wahl und es sieht schon mal sehr gut aus.
Aber irgendwie ist das da an einigen Stellen nicht so schön Rot leuchtend wie in den Aufnahmen die du schon so oft gesehen hast.
Du weißt das da diese Nebel sind die so schön aussehen.Inmitten der dunklen Schleier und Strukturen.

h-alpha_beispiel

Und jetzt sind wir angekommen, beim Thema Astromodifikation.

Genau diese roten Gase werden mit deiner Kamera unterdrückt.
Schuld ist der IR Sperrfilter.
Dieser filtert das infrarote Licht weitestgehend raus.
Das ist auch gut und richtig so. In der täglichen, normalen Fotografie. Sonst waren deine Fotos alle Rosarot.

Hier einmal ein Vergleich bei Tageslicht:

In diesem Fall ist es von meiner, ich glaube,  650D oder 700D – vor und nach dem Umbau.

Man bekäme diesen Rosa-Stich in der Nachbearbeitung per Weißabgleich einigermaßen in den Griff, aber das wäre ja Quatsch.

In der Astrofotografie sieht’s im wahrsten Sinne anders aus. Der entfernte IR Sperrfilter lässt genau das durch was du sonst deutlich weniger oder garnicht sehen kannst – H-Alpha.
Auf dem Foto kannst du sehen wie ein Sensor (oben) und der ausgebaute Sperrfilter (unten) aussehen.
In diesem Fall ist es ein APS-C Format Sensor aus einer defekten Canon EOS 1000D den ich ausgebaut habe.

1662625908828

Natürlich ist das ganze noch deutlich komplexer, es gibt einiges beim Um bzw Ausbau zu beachten und man kann noch mehr darüber erzählen.
Auch gibt es spezielle Astrokameras, die haben diesen Filter nicht verbaut.
Die sind sozusagen ohne Filter.


Und man kann mit anderen Filtern in bestimmten Situationen noch mehr verbessern, man kann viele Kameras auf Minusgrade herunterkühlen um das Amp-Glowing, das Rauschen, zu verringern…

…aber man kann auch an dieser Stelle zum Ende kommen 😉

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